RuheForst® Konzept
In herrlichen, speziell ausgewählten Waldgebieten bieten RuheForste® Ruhestätten für verstorbene Menschen an. Diese Wälder zeichnen sich vor allem durch heimische Baumarten aus, die nun nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt werden. In RuheForsten wird grundsätzlich kein Holz mehr eingeschlagen oder Totholz entfernt, es sei denn, die Sicherheit der Besucher wäre gefährdet. Ansonsten können sich diese Wälder in den nächsten 100 Jahre ungestört weiterentwickeln. Dadurch entstehen neue Lebensräume für Pflanzen, Pilze, Tiere, Vögel und Insekten. So bleibt dieser Ort mit seinen Besonderheiten erhalten und besonders geschützt. Ein RuheForst ist Lebensraum und Waldfriedhof zugleich.
In einem RuheForst befinden sich zahlreiche RuheBiotope®. So werden die Ruhestätten beziehungsweise die Urnengrabstätten im RuheForst® bezeichnet. In einem solchen Biotop werden die Aschen von Menschen beigesetzt, die sich zu Lebzeiten mit der Natur und dem Wald verbunden fühlten. Die Urnen werden Teil des Waldbodens. Gleichzeitig dient das Biotop als Lebensraum für die Bewohner des Waldes.
Das Wort „Biotop“ kommt eigentlich aus der Biowissenschaft und bezeichnet den Lebensraum einer Lebensgemeinschaft in einem bestimmten Gebiet. Bios (griechisch) steht für das Leben, und Topos (griechisch) für den Ort. Da in diesem Biotop die Asche eines Menschen in einer biologisch abbaubaren Urne zur letzten Ruhe beigesetzt wird, entsteht der Begriff RuheBiotop®.
RuheForste sind also zeitgleich der Ort der letzten Ruhe für die Verstorbenen, ein Ort zum Trauern und Erinnern für die Hinterbliebenen und ein Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
Zur Geschichte:
Die Gegend um Bothkamp ist aufgrund der leicht hügeligen Landschaft mit Wäldern, Seen und Teichen bei Einheimischen und Besuchern sehr beliebt.
Bothkamp ist eine Gründung des Feldherrn Johann Rantzau, dem es 1535 gelang, große Ländereien zum Teil aus Klosterbesitz zu erwerben. So war Bothkamp bis zu seiner Aufteilung 1928 in die Gemeinden Bothkamp, Schillsdorf und Rendswühren über Jahrhunderte das größte zusammenhängende Gut in Schleswig-Holstein. Nach dem Ersten, sowie dem Zweiten Weltkrieg, mussten große Ländereien an Siedler und Flüchtlinge abgegeben werden. Seit 1812 befindet sich das Gut im Besitz der Familie von Bülow.
Den im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten des Gutes zu Ehren, wurde auf dem an den RuheForst angrenzenden 58 m hohen Haßberg ein Ehrenmal errichtet. Der große Stein wurde 1877 dem Eiderbett entnommen, wie auf seiner Rückseite zu lesen ist. Nach 1945 kam ein weiterer Gedenkstein für die gefallenen Soldaten der Gemeinde Bothkamp hinzu.
Wanderer! Hier ist ein geweihter Platz! Gedenke der Gefallenen, erinnere Dich der Geschichte eines großen Gutes, das einst viele Menschen barg und zufrieden machte.
(Wortlaut der alten Tafel am Aufgang zum Gedenkstein auf dem Haßberg)






