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Waldarbeiten im RuheForst Kummerfeld

Försterin der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten lädt zum Waldspaziergang ein und beantwortet Fragen zu Bestattungswäldern und naturnaher Waldwirtschaft im Borsteler Wohld

Waldarbeiten im RuheForst Kummerfeld erfordern zeitweise Sperrungen (Borsteler Wohld) Im RuheForst Kummerfeld (Kreis Pinneberg) der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten finden ab dem 01. September 2026 für die Dauer von ca. drei Wochen Waldpflegemaßnahmen statt. Die Arbeiten sind erforderlich, um vitale Waldstrukturen zu fördern und potenziell gefährliche Bäume und Starkäste zu entnehmen. So soll die Verkehrssicherheit der Flächen auch für zukünftige Waldbestattungsflächen gewährleistet werden. Während der Waldarbeiten ist der RuheForst Kummerfeld und der dazugehörige Parkplatz aufgrund temporärer Sperrungen nur beschränkt begehbar. Am Dienstag, 01. September, bieten die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten um 17.00 Uhr vom Waldparkplatz des Ruheforstes Kummerfeld aus einen Waldspaziergang an, um Fragen aus erster Hand zu beantworten.

»Für die Unannehmlichkeiten bitte ich um Verständnis. Die Absperrungen sind zum Schutz aller Waldbesucherinnen und Waldbesucher und der dort arbeitenden Forstwirte zwingend notwendig. In dem Zeitraum geplante Beisetzungen finden jedoch weiterhin statt, die Hauptwege zum Andachtsplatz werden rechtzeitig vorher freigegeben«, erklärt Lis Holling, zuständige Försterin für die Bestattungswälder der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten.

Ziel der aktuellen Pflegemaßnahmen ist die Entwicklung der Laubmischwälder vor Ort zu dauerwaldartigen Strukturen, in denen zukünftig wie in einem Mehrgenerationenhaus starke und große Bäume mit kleinen Bäumen aus der Naturverjüngung als Strukturmosaik wachsen. Zusätzlich wird die Überführung der aktuellen Bestände in eine zukünftige Waldbestattungsfläche vorbereitet. »Wir fördern Bäume im Wachstum, die besonders alt und stark werden und einmal das Kronendach als sogenannte Zukunftsbäume beherrschen sollen. Dafür werden gezielt einzelne Bäume gefällt, damit sich die Zukunftsbäume, die unter anderem auch als Zentrum für neue Gräber dienen sollen, besser entwickeln können«, erzählt Holling. Erfreulich sei, dass der bereits vorhandene Anteil alter Eichen im RuheForst Kummerfeld durch die Pflegemaßnahmen zusätzlich gefördert werde. »Von dem Mehrangebot an Licht profitieren aber auch die nachwachsende Naturverjüngung und andere Bestandsschichten«, erklärt Holling. Natürlich achte man auch auf Sonderstrukturen wie Totholz und Habitatbäume, die als Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Pilze erhalten werden.

Bei den Waldpflegemaßnahmen kommt das sogenannte kombinierte Holzernteverfahren zum Einsatz: Hierbei arbeiten Forstwirte und Holzerntemaschinen Hand in Hand zusammen. Das Verfahren bringt Vorteile für den Wald und die dort arbeitenden Menschen: Es kann besonders pfleglich gearbeitet und die nachwachsende Verjüngung geschont werden, und gleichzeitig verbessert die Maschine die Arbeitssicherheit und Leistung der Forstwirte. So können die Waldarbeiten schneller abgeschlossen werden. Aus Bodenschutzgründen ist die Holzerntemaschine, ein Harvester, mit bodenschonenden Bändern ausgestattet und fährt ausschließlich auf den sogenannten Rückegassen. Die Bänder verringern den Bodendruck und sorgen für weniger Spurbildung auf den Rückegassen. Der Rest des Waldbodens ist für die Maschinen tabu und bleibt unbeeinträchtigt. Der Transport des Holzes werde laut Holling bei passender Witterung zeitnah erfolgen. Der hier zum Einsatz kommende Tragschlepper sei ebenfalls mit bodenschonenden Bändern ausgestattet. Beim Bodenschutz setzen die Förster noch auf einen weiteren Helfer – das Wetter. »Je trockener der Boden ist, desto größer ist seine Tragfähigkeit. Das kann sonst nur starker Frost, der im Klimawandel leider nicht mehr planbar ist«, erklärt Holling. Daher setze man bei empfindlichen Böden verstärkt auf die Trockenphase im Spätsommer bis Frühherbst mit noch relativ hohen Bodentemperaturen.

Insgesamt sollen 11 Hektar schrittweise in die zukünftige Bestattungsfläche überführt werden. Zunächst werden 2,5 Hektar im Anschluss der aktuellen Waldpflegemaßnahmen aus der naturnahen Bewirtschaftung genommen. Dann folgen in circa fünf Jahren nach einer weiteren Pflegemaßnahme die restlichen 8,5 Hektar. Ab dann sollen nur noch Einzelentnahmen zur Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung des FFH-Gebietes, zum Zweck der Verkehrssicherung oder der Förderung der Vitalität der Bestattungsbäume stattfinden. Das dabei anfallende Holz verbleibe zukünftig als liegendes Totholz im Bestand.

Für alle interessierten Waldbesucherinnen und Waldbesucher bietet Försterin Lis Holling einen Waldspaziergang am 01.9.2026 um 17:00 Uhr an, um Fragen zu den Pflegemaßnahmen vor Ort zu beantworten. Treffpunkt ist der Parkplatz am RuheForst Kummerfeld/Kreis Pinneberg https://maps.app.goo.gl/SHDMTYicVNVVkNa3A. Anmeldungen erbittet Lis Holling an ihre E-Mailadresse unter lis.holling@forst-sh.de. Bei Fragen zum Holzeinschlag oder der naturnahen Waldbewirtschaftung steht auch die Pressestelle der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten unter ionut.huma@forst-sh.de oder unter 04321/5592105 gerne zur Verfügung.

Pressekontakt:
Stabstelle Unternehmenskommunikation
Ionut Huma
Memellandstr. 15
24537 Neumünster

T_04321/5592105
M_0175/2211864
E_ionut.huma@forst-sh.de

 

Wald für mehr. Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) betreuen 50.000 Hektar der 173.412 Hektar großen Waldfläche Schleswig-Holsteins. Obwohl Schleswig-Holstein das waldärmste Bundesland ist, belegt es auf der Rangliste der laubwaldreichsten Bundesländer Deutschlands den zweiten Platz. Mit Gründung der Landesforsten als Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) am 1. Januar 2008 wandelte sich die einst traditionelle Forstverwaltung in ein zukunftsorientiertes und leistungsstarkes Unternehmen, das sich dem Erhalt und der Erhöhung der Biodiversität sowie dem Klima-, Wasser- und Bodenschutz und dem Erhalt der Erholungsfunktionen der Wälder Schleswig-Holsteins und ihrer nachhaltigen Nutzung verpflichtet hat. Die SHLF bewirtschaften die ihnen anvertrauten Wälder als FSC® (C010535)- und PEFC-zertifizierter Betrieb nachhaltig und naturnah nach strengen ökologischen und sozialen Maßstäben. Der Hauptsitz in Neumünster bildet die Schnittstelle und den Koordinationspunkt der Geschäftsfelder Holz und Dienstleistungen, Naturschutz, Gemeinwohlleistungen sowie biologische und technische Produktion, Jagd und Wild. Von hier aus ziehen die SHLF ihre Kreise. 31 Förstereien fungieren als Ansprechpartner vor Ort. Zu den Landesforsten gehören auch der ErlebnisWald Trappenkamp sowie die Jugendwaldheime in Süderlügum und Hartenholm.

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